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Ad gratulationem zum 80. Geburtstag von Herrn Professor Dr. med. Ulrich Willnow am 13.03.2017

Professor Dr. med. Ulrich Willnow, emeritierter Ordinarius und ehemaliger Leiter der Klinik für Kinderchirurgie des Universitätsklinikums Düsseldorf, beging am 13.03.2017 seinen 80. Geburtstag.

Seine Verbundenheit mit der Kinderchirurgie in Düsseldorf ab Oktober 1989 bis zum 31.12.2005 prägte den Fachbereich in besonderem Maße und es ist mir eine Ehre einen Rückblick auf seine Verdienste im Dienste der Kinderchirurgie geben zu dürfen.

Nach Abschluss seines Studiums der Humanmedizin an der Karl-Marx-Universität in Leipzig im Oktober 1960 und anschließender Promotion als Doktor der Medizin begann Prof. Willnow seine berufliche Ausbildung mit dem Ziel, eine fundierte wissenschaftliche Ausbildung zu erlangen. Seine Facharztausbildung am Pathologischen Institut der Karl-Marx-Universität in Leipzig erlaubte ihm wissenschaftliche Arbeitsmethoden kennen zu lernen und er sammelte hier seine ersten Erfahrungen in der Lehre. Im Februar 1966 wurde ihm der Facharzt für pathologische Anatomie zuerkannt. Mit diesem wertvollen fachspezifischen Hintergrund begann er im August 1966 seine Ausbildung zum Kinderchirurgen an der Klinik für Kinderchirurgie derselben Universität, wo er den Facharzt für Kinderchirurgie im Juni 1970 anerkannt bekam. Zahlreiche Publikationen sowohl auf dem Gebiete der Pathologie wie im Bereich der Kinderchirurgie führten folgerichtig im Juli 1970 zu seiner Habilitationsschrift, die im September 1977 erfolgreich abgeschlossen wurde. Ab Juni 1978 arbeitete Prof. Willnow als Oberarzt mit Lehrbefähigung und wurde im Februar 1983 zum ordentlichen Hochschuldozenten für
das Fach Kinderchirurgie berufen. Seit Mai 1983 war er Leiter der 54 Betten zählenden Abteilung für Säuglingschirurgie der Klinik für Kinderchirurgie der Universität Leipzig, wo er bis zu seiner zu diesem Zeitpunkt nicht ungefährlichen Übersiedlung in die Bundesrepublik tätig war. Während dieser Zeit war Prof. Willnow zudem Leiter einer vorzugsweise experimentell arbeitenden Forschungslaboreinheit der Klinik für Kinderchirurgie. Er war Forschungsbeauftragter und nahm diese Aufgaben sehr gewissenhaft und erfolgreich wahr. Aus dieser Zeit stammen über 70 wissenschaftliche Arbeiten und Publikationen, mehrere Buchbeiträge und es wurden von ihm über 300 Vorträge auf nationalen und internationalen Kongressen gehalten. Sein besonderes Interesse galt aber auch der Ausbildung sowohl im Lehrprogramm des Bereiches für Medizin mit regulären Vorlesungen und vielfältigen Aufgaben im Bereich der studentischen Ausbildung wie im Bereich der Ausbildung der Fachärzte der Kinderchirurgie. In der Gesellschaft für Kinderchirurgie der DDR war Professor Ulrich Willnow Vorstandsmitglied und Leiter der Arbeitsgemeinschaft Tumoren im Kindesalter von 1970 bis 1985. Ebenso war er Leiter der Expertenkommission für Kinderonkologie und seit 1985 Vorsitzender bzw. Stellvertreter der Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Hämatologie und Onkologie der Gesellschaften für Pädiatrie und Kinderchirurgie der DDR. Seine enorme Erfahrung und Sachkenntnisse im Bereich der Kinderchirurgie konnte er – nach aus politischen Gründen erfolgter Flucht - in Westdeutschland zunächst in der Cnopf'schen Klinik und dann sehr bald ab Oktober 1989 - unter Professor Dr. med. Karl-Ludwig Waag - als erster Oberarzt der Abteilung für Kinderchirurgie des Universitätsklinikums Düsseldorf einsetzen. Seine Professionalität führte auch im Rahmen der Symbiose seiner beiden Fachärzte für Pathologie und Kinderchirurgie zu Publikationen in Bezug auf Tumorerkrankungen beim Kind. Er war einer der Pioniere der Behandlung mittels Ganzkörperhyperthermie bei inkurablen Tumorerkrankungen im Kindesalter, so dass er bereits als geladener Gastarzt vor der Übersiedlung Kinder mit inkurablen metastasierten Tumoren in Düsseldorf mitbehandelte. 1990 erlangte Professor Willnow die Approbation als Arzt in Westdeutschland, so dass seinem Antrag zur Umhabilitation im Fach der Kinderchirurgie von Leipzig nach Düsseldorf im Mai 1990 positiv stattgegeben werden konnte. Das Teilgebiet Kinderchirurgie wurde ihm im Oktober 1990 von der Ärztekammer Nordrhein bestätigt. Im Februar 1991 wurde er schließlich von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf für das wissenschaftliche Projekt Hyperthermie bei onkologisch kranken Kindern eingestellt. 1991 wurde ihm von
der Universität Leipzig von dem Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie Herrn Prof. Dr. Fischer die Eignung zum Lehrstuhlinhaber für Kinderchirurgie bescheinigt. Ihm folgte im Januar 1993 in Jena die Einladung
zum Berufungsverfahren Kinderchirurgie, zu welchem Professor Willnow mit dem Thema: „Trendwechsel bei der Behandlung der nekrotisierenden Enterokolitis" antreten sollte. Zwischenzeitlich wurde jedoch die Professur der Kinderchirurgie auf eine C4 Position aufgewertet und somit die Terminplanung für die Probevorträge hinfällig. Eine erneute Ausschreibung wurde erforderlich. Ab April 1994 wurde Prof. Willnow als unbefristeter Mitarbeiter der Kinderchirurgie des Uniklinikums Düsseldorf eingestellt und im Juli 1995 wurde ihm die Ernennung zum außerplanmäßigen Professor der Kinderchirurgie erteilt. Im Januar 1997 wurde er Stellvertreter des Direktors (Komm. Direktor der Klinik für Kinderchirurgie, Herr Professor Dr. Röher) und leitete die Kinderchirurgie des UKD bis zu seinem Ausscheiden - nach mehrmaliger Verlängerung über die Altersgrenze hinaus - am 31.12.2005.

Professor Willnow ist für die Universitäre Kinderchirurgie in Düsseldorf und ihre Entwicklung eine herausragende Persönlichkeit. Berühmt war er im Hause durch sein hohes Maß an Professionalität, seine soliden Kenntnisse als Allrounder der Kinderchirurgie und seine tiefgreifenden Kenntnisse im Bereich der Schnittstelle Kinderchirurgie und Kinderonkologie. Als Persönlichkeit wird er von seinen Mitarbeitern als extrem genauer, ruhiger sachlicher und bescheidener Leiter beschrieben. Im OP-Saal galt er als versierter Operateur, ruhig und von einem immer erfrischenden Humor gekennzeichnet. Gern berichtete er auch in besonders intensiver, packender Weise über seine Reisen, so dass einige von diesen den ehemaligen Mitarbeitern besonders im Gedächtnis verblieben. So führten die Schilderungen seiner nach Lesen des Buches „Illuminati" von Dan Brown durchgeführte Reise nach Rom zu einer baldigen Nachahmung von durch diese Erzählungen faszinierte Mitarbeiter. Als Lehrer war er in der Fachweiterbildung durch seine Sachvermittlung, seine logischen Schlussfolgerungen und seinen in klarer und verständlicher Sprache vermittelten weiterhin gültigen Grundlagen besonders geschätzt. Seine humorvolle, geduldige nie ausfallende Art ist im Gedächtnis seiner Mitarbeiter verblieben, so dass er von diesen als „Wunschgroßvater" beschrieben wird.

Im Namen der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie, seinen ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor allem auch aus dem operativen Bereich des UKD und den Kollegen der pädiatrischen bzw. kinderonkologischen Disziplin mit denen eine enge und freundschaftliche Zusammenarbeit bestand wünsche ich Herrn Professor Dr. Willnow alles Gute zu seinem Geburtstag, vor allem aber Gesundheit, Kraft und viel Freude mit seiner Familie.

Mariana Santos