Die Kinderchirurgie in Deutschland sieht sich gut aufgestellt

Berlin, den 5. Juli 2023 – Unter dem Motto „Quo vadis? Kinder- und Jugendchirurgie. Gestalten wir die Zukunft oder werden wir von der Zukunft gestaltet?“ fand am 1. und 2. Juli 2023 das Konsultationstreffen der Leitenden Kinderchirurg:innen der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie e.V. (DGKCH) mit Beteiligung des Berufsverbandes der niedergelassenen Kinderchirurg:innen Deutschlands e.V. (BNKD) statt, um wesentliche aktuelle Themen zur chirurgischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen zu besprechen.

Auf dem jährlich stattfindenden Konsultationstreffen wurden die Schwerpunkte Personalmangel an deutschen Kinderkliniken, nachhaltige Medizin sowie Künstliche Intelligenz (KI), inklusive des roboterassistierten Operierens diskutiert. Aber auch der Ökonomie, und damit der Finanzierung der Kinder- und Jugendmedizin, wurde im Gespräch mit dem GKV und der Politik Raum gegeben.

Die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz wurde umfassend von Dr. Wolfgang Hildesheim, IBM Direktor Watson, Data Science & Artificial Intelligence, Hamburg, dargestellt. Im Anschluss erfolgte die Vorstellung des Einsatzes der KI am Projekt „Kinder, Knochen und Künstliche Intelligenz“ durch Dr. Ludger Tüshaus vom Universitätsklinikum Lübeck.

Als weitere Schwerpunktthemen wurden „Personalsituation und Akquise – aktuelle Problematik und Lösungsstrategien“ durch Joachim Prölß, Pflegedirektor und Vorstand am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und „Klimaschutz und Nachhaltigkeit im Krankenhaus“ durch Dr. Anne Hübner von der Deutschen Allianz für Klimawandel und Gesundheit, Berlin, sehr umfassend analysiert.

In Bezug auf die Ökonomie wurden „Stand und Perspektive der Finanzierung der Kinder- und Jugendmedizin aus Sicht des GKV-Spitzenverbandes“ von Johannes Wolf, Referatsleiter Krankenhausvergütung beim GKV-Spitzenverband, vorgetragen. Nezahat Baradari, Mitglied des Bundestags (SPD) und Mitglied im Ausschuss für Gesundheit, hielt den Vortrag „Welche Perspektiven kommen aus der Politik“. Mit dem Thema „Hybrid DRG. Erste Erfahrungen aus der Praxis“ wurde von Thomas Kugler von der Kinderchirurgischen Praxis Ulm der erste Sitzungstag abgeschlossen.

Am zweiten Sitzungstag beschäftigten sich die Teilnehmenden mit fachspezifischen Themen. Die Kindertraumatologie und die „Zusatzweiterbildung – Kinderurologie“ wurden von den PD Dr. Dirk Sommerfeld und Professor Dr. Maximilian Stehr, Altonaer Kinderkrankenhaus/Cnopf’sche Kinderklinik in Nürnberg, beschrieben. Im Anschluss stellte Professor Dr. Rolle vom Universitätsklinikum Frankfurt am Main den Stand der im April dieses Jahres gegründeten „Exzellenzakademie“ vor.
 
Mit den wichtigen Themen „Qualitätsmanagement in der Kinderchirurgie – konkrete Tools zu Verbesserung der Ergebnisqualität“ durch Professor Dr. Benno Ure von der Medizinischen Hochschule Hannover, „Neues aus der Chirurgie: Roboter assistiertes Operieren. Sicht eines Viszeralchirurgen“ durch Professor Dr. Oliver Mann vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, „Roboter assistiertes Operieren: Welches System ist passend für Kinderchirurgen“ durch Professor Dr. Robert Bergholz vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, sowie die „Verschlüsselung seltener Erkrankungen – Pflicht und Wirklichkeit“ durch Dr. Andrea Schmedding vom Städtischen Klinikum Braunschweig fand das Konsultationstreffen seinen Ausklang.

„Die Kinderchirurgie in Deutschland ist auf einem guten Weg, die kommenden strukturellen Herausforderungen zu meistern und die medizinische Versorgung der uns anvertrauten Neugeborenen, Kinder und Jugendlichen zu gewährleisten. Um so wichtiger sind Konsultationstreffen wie diese, um auch im Kontakt mit den Kostenträgern und der Politik einen Weg zu finden, die hochspezialisierte Chirurgie am Kind im Sinne der Daseinsfürsorge zu sichern und zu gewährleisten“, so PD Dr. Barbara Ludwikowski, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie e.V. (DGKCH).

Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie e.V.
Pressestelle / Langenbeck-Virchow-Haus
Dr. Joachim Suß, Pressesprecher
Olivia Päßler, Pressereferentin
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